
„Zappel-Philipp“ reißt im Kinderbuch „Struwwelpeter“ eine Tischdecke samt Abendessen runter, weil er kippelt. Er gilt bis heute als negative Karikatur von aktiven, spontanen und kreativen Menschen.
Dabei können wir uns fragen: Hat unsere Gesellschaft etwas gegen Menschen, die eigenständig denken und Spaß suchen? Könnte diese Individualität gesellschaftliche Regeln und Normen in befreiender Weise aufsprengen und hat sie das schon immer getan? Liegt in der Akzeptanz dessen vielleicht sogar ein großes Potential für ein Überdenken unseres Zusammenlebens als sich entfaltende Individuen? Was haben diese Fragen mit (ADH)-unserer heutigen Situation zu tun, die wir noch bis vor kurzem als Menschen mit dem [TW] „Zappel-Philipp-Syndrom“ bezeichnet wurden?
Inhaltlicher Ablauf, Zielgruppe
Neben der Geschichte und den verschiedenen Bezeichnungen von „AD/HS“ gehen wir auf Charakteristiken von (ADH)-Menschen ein.
Wir befassen uns damit, wie das allgemeine Unverständnis unserer Gesellschaft(en) gegenüber ADH-Menschen zu unserer Diskriminierung und Behinderung beiträgt. Außerdem fragen wir uns zusammen, wie all dies mit dem Gefüge von Vormachtstellungen zusammenhängen kann, wieso nicht alle Menschen diagnostiziert werden und wieso marginalisiert werdende Menschen eine Diagnose oft erst spät im Leben erhalten. Zum Schluss dürfen wir in einem kleinen Exkurs etwas zu autistischen (ADH)-Menschen dazulernen. Mit dem Vortrag kann ein erster Schritt in Richtung (ADH)-Akzeptanz getan werden. Ich freue mich auf dich und euch.
In der Austauschrunde dürfen wir unsere Erfahrungen teilen, uns als Betroffene vernetzen und als nicht-Betroffene respektvoll Fragen stellen, um diskriminierungs-kritischer leben zu lernen.
Diese Veranstaltung ist als Vortrag sowie als Workshop buchbar.
Keine / geringe Vorkenntnisse sind nötig. Der Vortrag ist für alle Menschen, die dazulernen möchten, für (ADH)-Personen und für ihre Angehörigen.
Der Vortrag erfolgt in deutscher schwerer Lautsprache (leider keine Leichte Sprache).
Triggerwarnungen
Sensibilität ist während der ganzen Veranstaltung eine Priorität. Am Anfang werden Probleme in Deutschland, systemische Diskriminierung und verschiedene Diskriminierungsformen behandelt. Dies erfolgt, um Ansätze zu ihrer Überwindung besprechen zu können. ADHS Diagnostiken werden thematisiert. Es wird im Redefluss und auf den Folien auf Triggerwarnungen geachtet. Inhalte mit starkem Triggerpotential werden von mir nicht laut vorgelesen (außer eine Person braucht dies, um die Inhalte wahrzunehmen, dann erfolgt dies am Platz oder gesondert).
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